WIDERSPENSTIG

Zur Sterilisation gedrängt: Die Geschichte eines Pflegekindes.

Mit einem Vorwort von Regierungsrätin Heidi Hanselmann und einem Nachwort von Thomas Huonker.

Chronos Verlag, Zürich, September 2006, 192 Seiten, 2. Auflage
29.80 Franken

 

 

Bernadette G. wuchs als Pflegekind in einer frommen Familie auf. Sie sollte auf den rechten Weg gebracht werden, nicht der leiblichen Mutter nachschlagen, die als haltlose und triebhafte Psychopathin abgestempelt worden war. Die Tochter hatte keine Chance. Mit zweifelhaften Gutachten holten Ärzte und Psychiater die 18-jährige Büroangestellte ein, verglichen sie mit ihrer Mutter und drängten sie 1972 zu Abtreibung und Sterilisation. Der "Heimkarriere" ihrer Mutter entging die Tochter nur knapp. Den harten Kopf hat sie von ihr geerbt. Er hat ihr bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte geholfen. Bernadette G. hat sich nicht zerstören lassen. Ganz im Gegenteil: Sie hat Jolanda Spirig gebeten, ein Buch über sie zu schreiben. Diese hielt die geschilderten Erlebnisse in zahlreichen Interviews fest, las sich durch Aktenberge, hakte nach, befragte Angehörige, Sachverständige, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Entstanden ist eine spannende Geschichte über Vorurteile, Doppelmoral, Überforderung und Anmassung.

 

Ostschweizer Kulturmagazin saiten, Oktober 2006:

«Jolanda Spirig rekonstruiert den Fall von Bernadette G. und seine Vorgeschichte sachlich, genau, unaufgeregt. Sie las sich dazu durch Aktenberge, hakte nach und befragte Angehörige, Sachverständige, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Es wäre aber falsch, das Buch auf diese Ereignisse zu reduzieren. Mindestens so packend und aufwühlend ist 'Widerspenstig' als Lebensgeschichte: Wie ging die heute 52-jährige Bernadette G. mit alldem um? Wie fand sie trotzdem einen Weg ins Leben, zu Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Lebenslust - und zur Liebe?» Peter Müller

 

NZZ am Sonntag, 1.10.2006:

«Im Namen des Anstands sterilisiert. Mit 18 wird Bernadette G. ungewollt schwanger. Ärzte diagnostizieren eine 'abnorme Triebhaftigkeit', setzen eine Abtreibung durch und sterilisieren das 'schwierige Mädchen'. Noch 1972 war dies möglich.» Markus Rohner

 

St. Galler Tagblatt, 2.9.2006:

«Die Autorin hält sich im Text wohltuend zurück. Es ist Bernadette G., die spürbar ist – in den Begegnungen mit der Autorin, in autobiografischen Passagen, in Aktenstücken. Eine wahre Lebensgeschichte, authentisch erzählt.» Regula Weik

 

ostschweizerinnen.ch, 13.10.2006

«Getragen wird das von Jolanda Spirig engagiert geschriebene und dicht komponierte Geflecht aus Texten, Befragungen, Interviews und den sich beständig in das Gemilderte wendenden autobiografischen Aufzeichnungen von Bernadette Gächter von dem, was der "harte Kopf" der Protagonistin genannt wird. Es ist ein Wille, der Wille der querständigen und heute glücklichen Bernadette Gächter, der sich stets aufs Neue, scheinbar unbeirrt und geradlinig Bahn bricht. Mit diesem einher geht ein bestaunens- und bewundernswerter Mut. Ein bewegender Mut, der sie ihre Geschichte hat erzählen lassen und ein Mut, der gut tut.» Eva Grundl

 

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